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Berichtet aus Malawi: Direkte Verbindung zu den Projektpartnern

28-09-2011 08:03 von Oliver Werthmöller

Katharina Feldmann vom Treffpunkt Malawi rund fünf Monate vor Ort - Kolping-Idee greift um sich

Riesenbeck. Im vergangenen Jahr erwischte Katharina Feldmann das Afrika-Virus. Als Workcamp-Teilnehmerin lernte sie Malawi kennen und beschloss, wieder zu kommen. Seit Juli ist sie nun in Südostafrika unterwegs, um nicht nur Land und Leute besser kennen zu lernen, sondern auch eng mit den Projektpartnern des Treffpunkts Malawi zusammen zu arbeiten.

 

tl_files/tpm/images/CommBasedOrganizKaronga.jpgKatharina Feldmann ist von der Eigeninitiative der Witwen und Aids-Waisen in Karonga begeistert. Hier besucht sie eine Gruppe, die zur Gemüsebewässerung eine Tretpumpe einsetzt.

 

Die meiste Zeit verbringt die 19-Jährige in Karonga, wo Schwester Beatrice sich um Aids-Waisen kümmert und bereits mehrfach vom Treffpunkt Malawi finanziell unterstützt wurde. In einem Umkreis von bis zu 60 Kilometern leben rund 10 000 Aids-Waisen in kleinen Gemeinschaften und kämpfen um ihr Überleben. Fasziniert ist die 19-Jährige von der Lebensfreude und dem Elan der Menschen dort.

„Zwei Gemeinschaften habe ich näher kennen gelernt“, berichtet Katharina Feldmann. „Die eine Gruppe umfasst 35 ältere Frauen und 15 Jugendliche, die gemeinsam einen Garten bewirtschaften, das Gemüse verkaufen und das Geld dann Bedürftigen zur Verfügung stellen, damit sie zum Beispiel Schulgebühren zahlen können. Dennoch fehlt es an einfachen, banalen Dingen wie Gartengeräten und Bewässerungssystemen, denn die Frauen sind nicht mehr in der Lage, schwere Gießkannen zu tragen und benötigen daher Pumpen.“ Auch ein Kreditprojekt hat die Gruppe gestartet. Jeder, der das Geld aufbringen kann, zahlt im Monat umgerechnet 40 Cent in eine Gruppenkasse. Daraus kann ein Gruppenmitglied, das sich in einer Notsituation befindet oder ein kleines Geschäft starten möchte, einen bestimmten Betrag bekommen und zahlt diesen dann innerhalb eines Monats mit Zinsen zurück. Benötigt wird noch Startkapital für einen kleinen Shop, den die Gruppe eröffnen möchte, um eine weitere Einkommensquelle zu erschließen.

 

Die zweite Gruppe besteht aus HIV-positiven Witwen, die zwar von Schwester Beatrice mit Soja versorgt werden sowie Moskitonetze und Decken erhalten haben, jedoch Geld brauchen, um ihre Kinder zur Schule zu schicken oder ihnen im Krankheitsfall Medikamente kaufen zu können. „Von beiden Gruppen bin ich tief beeindruckt: Die Witwen zeigen trotz ihrer Krankheit noch so viel Lebensfreude und sind fest entschlossen, ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Auch die älteren Frauen haben mich verblüfft. Trotz des hohen Alters tanzen sie, kümmern sich um die Waisenkinder und stehen jeden Tag einige Stunden in der prallen Sonne auf dem Feld!“ Katharina Feldmann hat sich zudem davon überzeugen können, dass die Buchhaltung für das Kleinkreditprojekt äußerst sorgfältig geführt wird und die Gruppen gut organisiert sind und über Vorsitzende, Schriftführer und Kassierer verfügen.

 

Um die Aids-Waisenkinder, die nicht in einer Gruppe wohnen, kümmert sich Schwester Beatrice direkt in Karonga. Nach dem Erdbeben im Dezember 2009 half der Treffpunkt Malawi mit Geld zum Kauf von Zelten. Inzwischen wurden zwei Gebäude wieder aufgebaut. Hier gibt es jedoch noch keine Möbel. „Schwester Beatrice möchte gerne Etagenbetten anschaffen, um mehr Kinder in einem Raum unterbringen zu können“, beschreibt die Riesenbeckerin die aktuelle Situation in dem Projekt.

 

Aus Mzambazi erfuhr Katharina Feldmann, dass der von der Kolpingjugend gegründete Kindergarten sehr beliebt ist. „Allerdings gibt es hier keine Spielsachen“, stellt sie fest und hofft auf weitere Spenden an den Treffpunkt Malawi hierfür.

 

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Ein Schweineprojekt in Misuku starteten Jugendlich durch die Spende der ersten Fußballmannschaft von Teuto Riesenbeck. „Das Geld aus der Aktion ‚Tore für Malawi‘ wurde hier bestens eingesetzt. Die Gruppe hatte bereits in Eigenregie Ställe gebaut, so dass jetzt nur noch die Schweine gekauft werden mussten“, freut sich die frisch gebackene Abiturientin. Der Kolpinggedanke greift übrigens weiter um sich. Nachdem sich in Mzambazi bereits Kolpingsfamilien gründeten, sind auch die Menschen in Misuku und Karonga daran interessiert. „Hilfe zur Selbsthilfe, Bildung, Handwerk und die Nächstenliebe sind Grundpfeiler des Kolpingwerks, die auch den Malawiern am Herzen liegen“, gibt Katharina Feldmann ihr Wissen über den katholischen Sozialverband gerne weiter.

 

tl_files/tpm/images/TP10Fussb.jpgDank der Spende der ersten Fußballmannschaft von Teuto Riesenbeck kaufte Katharina Feldmann zusammen mit den Jugendlichen aus Misuku Schweine, deren Ferkel später weitere Gruppenmitglieder erhalten.

 

Die politische Situation ist vor dem Hintergrund der Unzufriedenheit vieler Malawier mit dem langjährigen Präsidenten aktuell zwar angespannt, aber bei Schwester Beatrice fühlt sich die Riesenbeckerin bestens aufgehoben. Eingefrorene ausländische Hilfsgelder verschärfen die Lage. Besonders die armen Menschen treffen nun Steuererhöhungen, da auch Güter des täglichen Lebens wie Milch und Brot teurer wurden. Zudem ist Benzin stark rationiert und kostet oft noch mehr als in Deutschland.

 

Neben der Projektarbeit genießt Katharina Feldmann auch das Reisen durch Malawi. So traf sie sich mit zwei weiteren Mitgliedern des Treffpunkts Malawi, die vier Wochen dort waren, sowie mit den diesjährigen Workcampern. Begonnen hatte ihr Aufenthalt im Juli mit einer Rundfahrt zusammen mit ihrer Familie und einigen Freunden. „Das Land ist einfach unglaublich herrlich – trotz der vielen Probleme“, so ihr Fazit.

 

Wer die Projekte des Treffpunkts Malawi unterstützen möchte, kann seine Spende auf folgendes Konto überweisen: Konto-Nr. 905 333 600, Bankleitzahl 403 619 06

Volksbank Tecklenburger Land eG

Unter folgendem Link ist die offizielle Spendenquittung zu bekommen.

 

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