Treffpunkt-Malawi.de > Home > Aktuelles

Thomas Schmiemann gibt Vorsitz des Treffpunkts ab

06-02-2017 20:45 von Fabian Grüter

Jahresversammlung Malawi-Initiative

RIESENBECK. Eine sehr bewegende Jahresversammlung erlebten die Mitglieder des Treffpunkt Malawi e.V.: Nach 20 Jahren stellte Thomas Schmiemann sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung. Neben seinem traditionellen Jahresrückblick spannte er einen großen Bogen von den Anfängen mit einem kleinen Selbsthilfe-Dorfladen, über Durststrecken mit schleppendem Briefkontakt bis hin zum lebhaften Schulleben in Ekwendeni und der neu belebten Kolpingarbeit in Mzambazi.

 

In seiner Rückschau in der Begegnungsstätte Hof Lammers hob er laut Mitteilung des Treffpunkts Malawi hervor, dass ihm immer die Menschen des Vereins besonders wichtig gewesen seien. „Der Verein ist längst volljährig geworden, und ich hätte mir – nach afrikanischer Art – einen Putsch gewünscht“, habe er scherzhaft eingeräumt. Ein unfreiwilliger Abschied wäre sicherlich leichter gewesen als der nun selbst gewählte. Schmiemann bleibt Mitglied, wird aber nicht mehr im Vorstand vertreten sein. Dennoch darf der Treffpunkt Malawi auf seine aktive Unterstützung setzen, denn der Riesenbecker kann sich gut vorstellen, künftig die Arbeit des Vereins beispielsweise in Schulen zu präsentieren.

 

Nach Kolping-Workcamps und einem Arbeitseinsatz mit einem Bekannten im Jahr 1996 in Mzambazi reifte die Idee, weiterhin Kontakt nach Malawi zu halten und die Menschen bei der Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen. Das erste Treffen war dann am 27. Septeber 1997. Zunächst war die Gruppe Teil der Kolpingsfamilie gewesen, bevor daraus ein gemeinnütziger und eingetragener Verein entstand.

 

tl_files/tpm/images/News_2017-02-06_01.jpg

Der persönliche Kontakt mit den Menschen ist Thomas Schmiemann ein Herzensanliegen – wie hier bei einer Malawireise zusammen mit seiner Frau Martina.

 

Im Laufe der Jahre konnten viele Projekte gefördert und die Perspektiven der Menschen im fast ärmsten Land der Erde verbessert werden. Inzwischen wurde ein großes Netzwerk geknüpft: So bestehen Kontakte zur Deutsch-Malawischen Gesellschaft (Berlin), zum Blickwinkel Afrika e.V. (Dickenberg) sowie zu den Jugendgemeinschaftsdiensten und dem Internationalen Kolpingwerk (Köln). Durch den vor einigen Jahren verstorbenen Pater Josef Dresselhaus, der über 36 Jahre in Malawi wirkte, ist zudem eine wichtige Verbindung nach Kaunitz und zu den Afrikamissionaren Weiße Väter (Hörstel) entstanden.

Als besondere Highlights führte Schmiemann neben den Vorstandswochenenden öffentliche Veranstaltungen an, die den Menschen in Deutschland das Thema Afrika näher brachten. Aber auch die privat finanzierten Reisen haben nachhaltige Eindrücke hinterlassen: „Das war nicht nur Entwicklungshilfe, sondern auch Spaß, Abenteuer und Dschungel, eben kein Mallorca-Urlaub. Wenn meine Söhne etwas größer sind, werden wir das bestimmt einmal zusammen erleben“, freute er sich bereits jetzt.

 

Mit Blick auf die Projekte äußerte Schmiemann die Hoffnung, dass die Kolpingarbeit weiter verstärkt wird und dass in dem Bildungszentrum in Ekwendeni neben Tischlern und Schneidern neue Berufsfelder erschlossen werden. Die stellvertretende Vorsitzende, Sandra Wilde, lobte besonders die Motivations- und Kommunikationsgabe des langjährigen Vorsitzenden.

 

Zum neuen Vorsitzenden wählte die Mitgliederversammlung einstimmig August Helmig. Denn über seine Partnerin Margret Feldmann und ihre Tochter Katharina, die in Malawi lebt und arbeitet, ist Helmigs Beziehung zu Malawi besonders eng. Im Jahr 2011 war August Helmig zum ersten Mal in Malawi – zunächst mit Magengrummeln – wie er in seiner Antrittsrede einräumte. Die Skepsis wegen der Reise in ein Entwicklungsland wich der Begeisterung für Afrika. „Schnell merkte ich, wie viel Lebensfreude die Menschen trotz ihrer Armut haben“, berichtete Helmig, der bislang als Beisitzer dem Vorstand angehörte. Einen anderen Blick auf die Welt zu erhalten und das Wissen, dass die Hilfe ankommt, hätten ihn bestärkt, sich im Treffpunkt Malawi zu engagieren. „Dass ich nun gefragt wurde, ob ich mich als Vorsitzender zur Wahl stelle, fasse ich als Kompliment auf“, so der Riesenbecker. „Die Menschen in Ekwendeni vertrauen auf unsere Unterstützung, sodass ich die Arbeit gerne fortführe, auch wenn die Fußstapfen von Thomas groß sind.“ In Kürze geht es mit Margret Feldmann und Treffpunkt-Schriftführer Jürgen Keuter übrigens wieder in das südostafrikanische Land – schließlich lebt die Vereinsarbeit von einem guten Miteinander und engen Kontakten.

tl_files/tpm/images/News_2017-02-06_02.jpg

August Helmig

Zurück