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Neuer Bischof von Karonga zu Besuch in Deutschland

02-12-2011 20:32 von Oliver Werthmöller

Hoher Besuch aus Malawi kündigte sich im Herbst kurzfristig an. Über den Priester Steven Bulambo, der von Mzambazi nach Misuku versetzt worden ist, entstand der Kontakt zum neuen Bischof von Karonga, Martin Anwel Mtumbuka, der eine einwöchige Reise nach Deutschland plante. Das Programm stellte Thomas Schmiemann (Vorsitzender Treffpunkt Malawi) zusammen, während Jürgen Keuter und Fabian Grüter den Bischof am 2. November 2011 am Flughafen Frankfurt in Empfang nahmen und ihn zu den Afrikamissionaren Weiße Väter nach Hörstel brachten. Gleich am nächsten Tag konnte der Bischof an einer unabhängig von seinem Besuch geplanten Präsentation bei der CDU Riesenbeck teilnehmen. Der Treffpunkt Malawi stellte nicht nur seine Projekte vor, sondern zeigte auch die positive Stimmung und die Schönheit des Landes.

 

Auf dem weiteren Programm standen folgende Termine: Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Missio, CAMECO (ein Beratungsbüro für Medien- und Kommunikation u. a. in Afrika), Universität Coburg, Kolping Jugendgemeinschaftsdienste und Internationales Kolpingwerk, Johannes-Beese-Stiftung, Pax-Bank und „Church in need“. Die Unterbringung war bei den Afrikamissionaren Weiße Väter in Köln gesichert.

 

Bei seinen Terminen, bei denen Jürgen Keuter und Sandra Wilde den Bischof teilweise begleiteten, machte er deutlich, dass er vor einem Berg von Aufgaben steht. Erst seit einem Jahr besteht die Diözese Karonga, ganz im Norden Malawis. So muss er Organisationsstrukturen und die kirchliche Infrastruktur neu ordnen oder sogar schaffen. Die Katholiken  freuen sich über die neue Diözese, die aus der Diözese Mzuzu hervorgegangen ist. Bei rund 60.000 Katholiken, die etwa einen Bevölkerungsanteil von 10 Prozent ausmachen, war es nicht die Anzahl, sondern die räumliche Entfernung in teilweise sehr gebirgiger und recht unzugänglicher Landschaft, die die Teilung der Diözese erforderte. Die Aufbruchstimmung will der Bischof nutzen und die Menschen an der Basis einbeziehen, wenn es nun darum geht, der Neugliederung Leben einzuhauchen – zumal er auch gar nicht das geistliche Personal zur Verfügung hat, um die katholische Lehre selbst in die letzten Winkel zu tragen. In sechs Gemeinden wirken lediglich zehn Priester, die unter oft sehr schwierigen Bedingungen die Gemeinden leiten. Die Wege in die entlegenen Dörfer sind weit und verlangen den Priestern lange Fußmärsche ab, um mit den Gläubigen z. B. Gottesdienst zu feiern. Das Reisen ist auch für den Bischof schwierig. Ist er in den Bergen unterwegs, so muss er sich ein geländegängiges Fahrzeug von einer Familie leihen. Außer einer Uranmine gibt es praktisch keine Industrie im Norden Malawis, so dass die Menschen hauptsächlich von dem leben, was sie selbst anbauen und die Kirche kaum mit Geld unterstützen können.

 

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Bischof Martin Mtumbuka erkundigte sich bei Burchard Schlömer vom Internationalen Katholischen Missionswerk in Aachen nach Fördermöglichkeiten für den Aufbau kirchlicher Infrastruktur in der neuen Diözese Karonga. Treffpunkt Mitglied Jürgen Keuter (l.) begleitete den Bischof

 

Bei missio Aachen und CAMECO knüpfte Bischof Mtumbuka Kontakte zu den Mitarbeitern und erkundigte sich nach Fördermöglichkeiten  z. B. für ein Zentrum zur Multiplikatoren-Schulung und für eine katholische Radio-Station. So reichen die Radiowellen der katholischen Sender im Süden Malawis nicht bis in die entlegenen Berge, lediglich ein islamischer Sender ist stark genug. Außerdem möchte der Bischof die Menschen mit einem Programm in ihrer Sprache erreichen und nicht mit der weiter im Süden gesprochenen lokalen Sprache. Überhaupt ist es ihm wichtig, zu den Menschen zu gehen – nicht umgekehrt.

 

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Die CDU Riesenbeck sowie der Bischof erhielten bei einer Präsentation Einblick in die Projekte des Treffpunkts Malawi und die Schönheit des Landes. V. l.: Daniel Gersmeier (Treffpunkt Malawi), Bischof Martin Mtumbuka, Elisabeth Höpfner  (Ortsvorsteherin), Pater Josef Dresselhaus (Afrikamissionare), Thomas Schmiemann (Vorsitzender Treffpunkt Malawi), Robert Everwand (Vorsitzender CDU Riesenbeck)

 

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