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Netzwerktreffen mit Besuch aus Malawi

28-09-2011 07:17 von Oliver Werthmöller

Treffpunkt Malawi spannt globales Netz: Jugendliche aus Projektorten besuchen Deutschland

Riesenbeck. Wie laufen die bisherigen Projekte? Welche Hilfe wird bei der Umsetzung neuer Ideen gebraucht? Das waren die brennendsten Fragen, die der Treffpunkt Malawi und vier Gäste aus Malawi erörterten. Aber auch die Freude über ein Wiedersehen mit den deutschen Workcampern vom letzten Jahr und den malawischen Jugendlichen sowie dem Priester Steven Bulambo prägte die Begegnung.

 

tl_files/tpm/images/TP09GruppeAbschluss.jpgDer Abschlussabend in Riesenbeck


„Sich zu schreiben ist wichtig, aber sich von Zeit zu Zeit in die Augen zu sehen vertieft die Verbindung“, hebt Vorsitzender Thomas Schmiemann hervor. Insgesamt drei Wochen bleiben die Malawier auf Einladung der Kölner Kolping Jugendgemeinschaftsdienste in Deutschland, davon fünf Tage in Hörstel und Riesenbeck.

Die Gelegenheit nutzte der Treffpunkt Malawi für ein ganztägiges Netzwerktreffen mit anderen gemeinnützigen Organisationen, die sich in Malawi engagieren. Auf dem Hof Determeyer in Hörstel tauschten sich über 30 Aktive aus, darunter der Blickwinkel Afrika (Dickenberg/Ibbenbüren), das Eine-Welt-Team (Kaunitz/Verl) und die Afrikamissionare Weiße Väter. Im Dialog mit den Malawiern zeigte sich, dass die Ideen Adolph Kolpings gerade bei den Jugendlichen gut ankommen und selbst initiierte Projekte wie ein Kindergarten und die Zucht von Schweinen die Bildung und Ernährung verbessern. Auch die Bewahrung der Schöpfung und die Zeit- und Geldersparnis durch alternative Kochmethoden war ein Thema.

 

tl_files/tpm/images/TP03alternKochen.jpgAlternative Kochmethoden demonstriert von Hermann Determeyer (Bildmitte)


So verblüffte Hermann Determeyer die Teilnehmenden des Netzwerktreffens mit weichgekochten Bohnen, für die er nur eine kleine Handvoll Feuerholz benötigte. Das Potenzial der Frauen mehr zu nutzen war ebenfalls ein Anliegen, das in einem Workshop mit der 18-jährigen Wezzie Mkandawire beleuchtet wurde. So berichtete sie, dass Mädchen oft bereits mit rund 15 Jahren heiraten und dann keine Möglichkeit mehr haben, einen höheren Schulabschluss zu erreichen. Die Rolle der Frauen zu stärken, indem die Gesellschaft z. B. durch den Einfluss des örtlichen Priesters für Frauenrechte sensibilisiert wird und indem Frauen unterstützt werden, durch kleine Geschäfte auf dem Markt eigenes Geld zu erwirtschaften, werden als wichtige Schritte gesehen.

Eine zweitägige Besuchstour durch Riesenbeck und Umgebung brachte den vier Malawiern das Leben im Münsterland näher. Der Kolpingkindergarten und das Altenheim in Riesenbeck sowie ein Empfang beim Bürgermeister der Stadt Hörstel gehörten ebenso dazu wie der Besuch einer Grundschule, eines Bauernhofs und eines von zwei Mitgliedern des Treffpunkt Malawi gegründeten Unternehmens.

 

tl_files/tpm/images/TP05BM.jpgBesuch im Rathaus der Stadt Hörstel und Treffen mit Bürgermeister Heinz Hüppe

 

 

tl_files/tpm/images/TP07Bauernhof.jpgBesichtigung eines münsterländer Bauerhofes

 

 

tl_files/tpm/images/TP08FaADLERP.jpgBesichtigung der Firma Adler Arbeitsmaschinen in Nordwalde

 

 

Nach dem sich anschließenden zweiwöchigen Jugendaustausch in Bad Breisig, fliegen die malawischen Gäste wieder zurück in ihre Heimat – im gleichen Flugzeug sitzen dann deutsche Jugendliche, die dort an einem Workcamp der Kolping Jugendgemeinschaftsdienste teilnehmen. „Außerdem sind zurzeit drei Mitglieder unseres Vereins in Malawi, so dass der gegenseitige Austausch in diesem Jahr enorm ist“, freut sich Thomas Schmiemann. Die Riesenbeckerin Katharina Feldmann hat nach dem Workcamp im letzten Jahr das Afrikavirus besonders heftig erwischt: Sie wird sogar ein halbes Jahr in Malawi bleiben und sich unter anderem um Aids-Waisen in Karonga kümmern.

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