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Freiwillige Helferin zurück aus Malawi

27-09-2015 20:44 von Fabian Grüter

Ein Jahr im Ausbildungszentrum in Ekwendeni gewesen

Riesenbeck/Münster. Mit einzigartigen Eindrücken und Erfahrungen kommt Johanna Deters aus Malawi zurück. Dort hatte sie in einem vom Treffpunkt Malawi e. V. unterstützten Ausbildungszentrum Schneiderinnen und Tischler in Englisch, EDV und Sport unterrichtet. Außerdem war sie auch in der örtlichen Grundschule in Ekwendeni im Einsatz.
 
Nach ihrem Abitur am Immanuel-Kant-Gymnasium in Münster-Hiltrup hatte sich Johanna Deters entschlossen, über die Kolping Jugendgemeinschaftsdienste Köln, Entsendeorganisation für das weltwärts-Programm, einen einjährigen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst zu leisten. „Mir war es wichtig, einfach mal etwas anderes zu erleben als das, was man gewohnt ist, andere Menschen kennen zu lernen und Wissen weiterzugeben“, beschreibt sie ihre Motivation.
 
Tief eintauchen in die neue Kultur konnte die 19-Jährige vor allem, weil sie in der Familie des Grundschulleiters lebte, der sich außerdem ehrenamtlich im Vorstand für das St. Michael’s Skills Development Centre einbringt. Ein Jahr lang war das Ausbildungszentrum ihr Arbeitsplatz. 20 junge Menschen werden dort in Handwerksberufen ausgebildet, um ihnen eine solide Basis für eine eigenständige berufliche Zukunft zu ermöglichen. „Der unterschiedliche Bildungsstand der Schüler war eine echte Herausforderung, aber umso schöner war es zu sehen, wie wissbegierig einige Schüler sind und dass ihnen mein Unterricht wirklich etwas gebracht hat“, resümiert die Münsteranerin.
Außerdem hat sie für einen nachhaltigen Austausch zwischen den Kulturen Brieffreundschaften zwischen den Schülern in Malawi und dem Gymnasium in Münster-Hiltrup initiiert.
„Vor allem der Englischunterricht ist für die Schülerinnen und Schüler wichtig, um die Abschlussprüfungen zu meistern“, erläutert Thomas Schmiemann, Vorsitzender des Treffpunkt Malawi e. V. „Obwohl Englisch die offizielle Amtssprache ist, sprechen viele Malawier kaum Englisch, sondern ihre regionale Bantusprache.“
 

tl_files/tpm/images/News_2015-09-27_02.jpgNicht nur beim theoretischen Unterricht, sondern auch beim Bau des neuen Gebäudes für das Ausbildungszentrum ist die Hilfe von Johanna Deters willkommen.

 
Aber auch der Spaß im Projekt kam nicht zu kurz. So reiste Johanna Deters mit Gitarre in das südostafrikanische Land ein, denn Musik verbindet und sorgt für gute Stimmung zwischen den Kulturen. Besonders dürfte die agile Münsteranerin aber durch ihre sportlichen Aktivitäten im Gedächtnis der Malawier bleiben. So fanden Fitnessgeräte aus Holz und eine Weitsprunggrube mit ihrer Hilfe vor dem neu gebauten Schulgebäude einen Platz und luden zum Frühsport ein. Für verdutzte Blicke sorgte auch ihr morgendliches Joggen.„Nach einer bestimmten Zeit habe ich auch den einen oder anderen Jogger gesehen, das hat mich natürlich gefreut.“
 
Bedrückend waren dagegen die Bedingungen, unter denen die Grundschüler lernen müssen. „Es sind meist rund 100 Schüler in einer Grundschulklasse und dort fehlt es an fast allem: Tische und Stühle gibt es gar nicht, Stifte und Papier sind Mangelware“, hat Johanna Deters erleben müssen. „Auch der Start ins Berufsleben ist schwierig, weil es keine Industriebetriebe und damit kaum Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Land gibt. Eine prägnante Erkenntnis war für sie: Ohne Regen und Dünger kein Essen! Die Abhängigkeit des Nahrungsangebots vom Wetter ist sehr stark. „Umso erstaunlicher, wie gastfreundlich die Menschen sind!“ So durfte Johanna Deters eine malawische Hochzeit miterleben und malawisches „Töttchen“ – ein Gericht aus tierischem Blut, Salz und Fett, kosten. Am Schluss ihres Aufenthalts nutzte sie die Gelegenheit, die landschaftliche Schönheit Malawis zu genießen. Der Malawisee mit seinem Fischreichtum, eine viertägige Wanderung auf den 3.000 Meter hohen Mount Mulanje und Nationalparks mit Safaris standen auf dem Rundreise-Programm.
 
„Obwohl Johanna Deters noch sehr jung ist, hat sie durch ihr ehrenamtliches Engagement in Münster viele Fertigkeiten, die sie bestens in dem Projekt einsetzen konnte“, lobt Thomas Schmiemann. Vor dem Einsatz hatten sich Mitglieder des Treffpunkt Malawi e. V. mit der Abiturientin getroffen, um sie kennen zu lernen, die Ziele des gemeinnützigen Vereins vorzustellen und Reisetipps zu geben. „Schließlich sind wir in Malawi seit 18 Jahren aktiv und haben nicht nur durch Reisen unserer Mitglieder, sondern auch durch die Begleitung von Freiwilligendienstlern und Workcampern Erfahrungen gesammelt, die wir gern weitergeben.“

 

tl_files/tpm/images/News_2015-09-27_01.jpgMais gehört zu den Grundnahrungsmitteln in Malawi – bei der Verarbeitung hilft Johanna Deters gerne mit.

 
Neben den wertvollen persönlichen Erlebnissen hat das Auslandsjahr für Johanna Deters außerdem Einfluss auf die Wahl ihres Studiengangs gehabt: „Ab Oktober werde ich in Frankfurt Soziale Arbeit transnational studieren“, freut sich Johanna Deters auf einen neuen Abschnitt in ihrem Leben. Und wer weiß, ob sie nicht noch einmal nach Malawi zurückkehrt, das auch das warme Herz Afrikas genannt wird…
 

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