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Kolpingsfamilien

 

Durch die jahrelangen Kontakte des Treffpunkt Malawi gründeten sich 2008 drei Kolpingsfamilien in Malawi. Die offiziellen Mitgliedsurkunden händigte Hubert Tintelott, Generalsekretär des Internationalen Kolpingwerks, in Köln vier Mitgliedern des Treffpunkts persönlich aus. Damit gibt es nun in 61 Ländern der Erde Kolpingsfamilien. Schon kurze Zeit später reiste Hermann Determeyer vom Treffpunkt Malawi zusammen mit seiner Tochter zu den neuen Kolpingsfamilien und überreichte in einer Feierstunde die Urkunden – ein ergreifender Moment!

Bereits vor der offiziellen Mitgliedschaft trafen sich die jeweils etwa 25 Mitglieder regelmäßig in ihren Orten im Namen Adolph Kolpings. Die Mitglieder in Mzambazi vergeben in diesem Rahmen seit 1998 Kleinkredite, deren Grundkapital der Treffpunkt Malawi bereitstellte.


tl_files/tpm/images/Kolpingsfamilie_Mzambazi.jpgKolpingsfamilie Mzambazi

 

Was bringt die Mitgliedschaft den Menschen in Mzambazi, Chaboli und Chimwemwe?


Sehr engagiert unterstützt das Internationale Kolpingwerk (IKW) seine drei neuen Mitglieder. Da es noch keinen Nationalverband gibt, hat das IKW einen direkten Kontakt geknüpft. So reiste bereits der im benachbarten Mosambik arbeitende Dr. Ingo Scholz (Konrad-Adenauer-Stiftung, als früherer Mitarbeiter dem IKW verbunden) nach Malawi, um sich ein Bild von den aktuellen Rahmenbedingungen vor Ort zu machen. Dabei gab es ein großes Lob für die Arbeit des Treffpunkts, weil trotz der jahrelangen Kontakte keine Nehmermentalität aufgebaut wurde, sondern nach wie vor viel Eigeninitiative herrscht – verglichen mit einigen anderen Entwicklungshilfeprojekten durchaus bemerkenswert!

Ein großes Problem unserer malawischen Kolpingmitglieder, die hauptsächlich in der Landwirtschaft arbeiten, sind schlechte Transportmöglichkeiten für selbst angebautes Obst und Gemüse zu Märkten. Deshalb werden die Kolpingsfamilien quasi als Begrüßungsgeschenk und als Symbol für die Verbundenheit mit deutschen Kolpingsfamilien drei Fahrräder erhalten (die sie sich auch gewünscht hatten). Treffpunkt-Mitglied Daniel Gersmeier wird im Sommer 2009 auf eigene Kosten nach Malawi reisen und die Transportfahrräder überreichen. Das Geld dafür spendeten die Kolpingsfamilien Riesenbeck, Püsselbüren und Rosendahl-Holtwick. Die Fahrräder werden Schilder tragen mit dem Namen der malawischen Kolpingsfamilie und der Spender-Kolpingsfamilie. Außerdem sind die Räder dann als fahrender Kolping-Werbeträger unterwegs und fördern den Zusammenhalt der Kolpingmitglieder, da sie Gemeinschaftseigentum sind.

Die Kolpingsfamilien haben mit einer weiteren Schwierigkeit zu kämpfen: Die Felder brauchen Dünger, um gute Erträge zu erwirtschaften. Bisher kauften die Bauern Kunstdünger, der sehr teuer und nicht vor Ort erhältlich ist. Die Preise schwanken und wegen der hohen Inflation ist Sparen nur bedingt möglich. Das Internationale Kolpingwerk macht in anderen afrikanischen Ländern – vor allem in Tansania – sehr gute Erfahrungen mit Tierdung. Dieser fällt beständig an, ist ökologisch und kostet nichts. Es ist vorgesehen, einem malawischen Kolpingmitglied eine Schulungsreise nach Tansania zu ermöglichen und/oder Schulungen vor Ort anzubieten. Außerdem erhalten die Kolpingsfamilien Besuch von einem so genannten Formation team, das aus afrikanischen Kolpingmitgliedern besteht und die neuen Mitglieder schult.

Weiterer Vorteil der offiziellen Kolpingmitgliedschaft sind Kontakte zu anderen Kolpingsfamilien, besonders auch in benachbarten Ländern. Die Probleme sind oft ähnlich und eine Verbundenheit ist durch die gemeinsame Basis im persönlichen Kontakt schnell hergestellt.


 

Warum ist uns die Kolpingmitgliedschaft wichtig?


Der Treffpunkt Malawi ist selbst aus der Kolpingsfamilie Riesenbeck hervorgegangen und von der Idee Adolph Kolpings begeistert. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit sind die Grundprinzipien Kolpings sehr wertvoll. Glaube an Gott, soziales Miteinander in einer familienhaften Struktur, Bildung, Arbeit und Hilfe zur Selbsthilfe sind dabei nur einige der elementaren Stichworte, die die Kolpingsfamilien damals wie heute prägen und inzwischen weltweit in 61 Ländern der Erde gelebt werden.

Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Internationalen Kolpingwerk war es, dass die Kolpingsfamilien in einer Gründungsversammlung eine Satzung beschließen und Mitglieder in Vorstandsämter wählen. Dadurch ist gewährleistet, dass es z. B. einen geistlichen Beistand (Präses), einen Vorsitzenden und Stellvertreter und einen Kassierer gibt. Dies gewährleistet demokratische Entscheidungen und manifestiert das Bekenntnis zu Kolping.