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St. Michael’s Skills Development Centre Ekwendeni

Berufliche Bildung in Malawi

Einen Beruf erlernen und dabei Geld verdienen? – In Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Ein duales Ausbildungssystem, wie wir es in Deutschland kennen, gibt es in Malawi nicht. Ab der Sekundarstufe ist in Malawi Schuldgeld zu bezahlen. Berufliche Ausbildung findet in Malawi in rein schulischer Form statt und ist kostenpflichtig. Die meisten Eltern können ihren Kindern eine weiterführende Ausbildung aufgrund der hohen Kosten nicht ermöglichen. Für die vielen Aidswaisen ist es fast unmöglich, eine berufliche Qualifikation zu erlangen. Ohne eine solche Qualifikation haben die Jugendliche keine Chance, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und später ihre Kinder zu unterstützten. – Ein Teufelskreis!

 

Ekwendeni – Initiative für ein Ausbildungszentrum

Ekwendeni liegt etwa 20 km nördlich von Mzuzu, der drittgrößten Stadt Malawis. Auch für malawische Verhältnisse hat Ekwendeni eine besonders hohe HIV-Rate. Viele Kinder und Jugendliche werden dadurch zu Waisen und haben keine Zukunftsperspektive. Auf Initiative zweier Jugendlicher aus Ekwendeni hat die katholische Kirchengemeinde es sich im Herbst 2011 zum Ziel gesetzt etwas für die berufliche Ausbildung der Jugendlichen zu tun.

Zu Beginn unterrichteten fünf Absolventen einer Berufsschule aus Karonga provisorisch 20 Jugendliche im Alter von 17 bis 25 Jahren in den Bereichen nähen und schreinern. Es fehlte an Unterrichtsmaterialien, Werkzeugen und Maschinen. Aus Platzmangel fand der Unterricht auch in der Regenzeit teilweise unter freiem Himmel statt.

 

tl_files/tpm/images/StMichaels01.jpgBesonders in den ersten Monaten musste der Unterricht häufig draußen stattfinden.

 

Gründung des St. Michael’s Skills Development Centre

Die Idee eines Ausbildungszentrums wurde von der gesamten Gemeinde unterstützt. Schnell war klar, dass Strukturen geschaffen und die Arbeit professioneller organisiert werden musste, um dieses Bildungsangebot zukunftssicher zu gestalten. Der Treffpunkt Malawi wurde auf dieses Projekt durch ihr Mitglied Katharina Feldmann aufmerksam. Während eines Freiwilligendienstes 2011//2012 besuchte Katharina verschiedene Projekte des Treffpunkt Malawi und lernte dabei auch dieses neue Projekt kennen. Das Angebot des Treffpunktes Malawi, dieses Projekt zu unterstützen wurde von der Gemeinde gerne angenommen. Während ihres mehrmonatigen Aufenthaltes in Ekwendeni führte Katharina zahlreiche Gespräche mit Vertretern der Kirchengemeinde. Gemeinsam wurde eine Satzung als Grundlage für die Arbeit des Bildungszentrums erarbeitet. Außerdem wurden einige dringend notwendige Lehrmaterialien besorgt.

 

tl_files/tpm/images/StMichaels02.jpgKatharina Feldmann gemeinsam mit Schülern des Ausbildungszentrums.

Organisation des Projekts

An der Spitze des Projektes steht seit Mai 2012 ein von der Kirchengemeinde gewählter ehrenamtlicher Vorstand. Um die täglichen Angelegenheiten des Zentrums kümmert sich ein Manager. Derzeit werden 18 junge Frauen zu Schneiderinnen ausgebildet und 15 Schüler erlernen den Beruf des Zimmermanns, darunter auch ein Mädchen. Ein großer Fortschritt war die Einstellung zweier ausgebildeter Fachlehrer, die jeweils von zwei Assistenten unterstützt werden. Möglich wurde dies durch den Treffpunkt Malawi, der die Personalkosten und die Kosten für Unterrichtsmaterialien trägt. Um die räumliche Situation zu verbessern, hat der Treffpunkt Malawi den Bau einer kleinen Werkstatt, angrenzend an den Unterrichtsraum, finanziert. Gebaut wurde diese Werkstatt von den Schülern mit Unterstützung ihrer Lehrer.

 

tl_files/tpm/images/StMichaels03.jpgDie Lehrer zeigen trotz der schwierigen Unterrichtsbedingungen stets großes Engagement.

tl_files/tpm/images/StMichaels04.jpgDie provisorische Werkstatt des Ausbildungszentrums.  

 

Probleme im Schulalltag

Die wesentlichen Probleme liegen im Mangel an Lehrmaterial sowie an unzureichenden Unterrichtsräumen. Die 18 Schneiderinnen müssen sich insgesamt sechs Nähmaschinen teilen. Auch hat nicht jede angehende Schneiderin eine eigene Schere und ein eigenes Maßband. Verbrauchsmaterialien wie z.B. Stoffe, Nähgarn und andere Utensilien sind auch in Malawi sehr teuer. Einige wichtige Unterrichtsmaterialien wie beispielsweise eine Schneiderpuppe sind gar nicht vorhanden. Auch im Bereich der Zimmermänner fehlt es an grundlegenden Werkzeugen. Die Preise für Holz sind in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Viele der benötigten Unterrichtsmaterialien können in Malawi kaum beschafft werden. Dennoch nehmen die Schülerinnen und Schüler begeistert am Unterricht teil und sind sich der Chance, die ihnen dieses Projekt bietet, bewusst.

 

tl_files/tpm/images/StMichaels05.jpgAngehende Schneiderinnen bekommen Anweisungen von der Assistenzlehrerin Ms. Chawinga.

tl_files/tpm/images/StMichaels06.jpgSchüler der Schreinerklasse während einer praktischen Unterrichtsstunde.

 

Zukunftspläne

Damit sich die räumliche Situation verbessert soll ein eigenes Gebäude mit zwei größeren Klassenräumen gebaut werden. Ein Grundstück hierfür ist bereits vorhanden. Die Kirchengemeinde zeigte hier bereits viel Einsatz. Ziegelsteine wurden von Mitgliedern der Gemeinde bereits gebrannt. Der Bau dieses Schulgebäudes wird voraussichtlich 20.000 € kosten. Um dieses Vorhaben und die laufenden Kosten decken zu können, ist der Treffpunkt Malawi weiterhin dringend auf Spenden angewiesen.

 

Längerfristig verfolgt der Treffpunkt Malawi gemeinsam mit der Gemeinde in Ekwendeni zwei weitere Ziele. Zum einen sollen auch andere Berufe wie z.B. Elektriker oder Maurer erlernt werden können. Zum anderen sollen in dem Zentrum neben der Berufsausbildung auch andere Bildungsziele verwirklicht werden. Denkbar sind Informationsveranstaltungen und Workshops zu den Themen Hygiene, HIV-Prävention, Landwirtschaft oder Ernährung.

 

tl_files/tpm/images/StMichaels07.jpgDer Grundriss des Grundstücks, auf dem das Schulgebäude errichtet werden soll.

 

 

Kristin Droop, eine Laggenbeckerin, die ein sechswöchiges Praktikum in Malawi gemacht hat, hat drei Personen vom St. Michael's Skills Development Centre Ekwendeni interviewt:
Mr. Gondwe, Vice Chairman der Schule
Mr. Cosmas Banda, pensionierter Lehrer und "Think Tank" der Schule
Ein Tischler-Azubi der Schule

 

 

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